
Pascal Sanwald
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Steuererklärung 2008
OFFENER BRIEF AN DIE BUNDESREGIERUNG
17.03.2009
Sehr geehrte Damen und Herren,
nach meiner Steuerabrechnung für das vergangene Jahr stelle ich fest, dass ich über 65% meiner Einnahmen für Steuern aufbringe. Um die entsprechende Erklärungen fertigzustellen arbeite ich jeden Monat einen halben Tag.
Da Strom, Versicherungen, Kommunikation selbst Amts- und Behördenangelegenheiten separat bezahlt werden müssen, stellt sich mir die Frage, welche Leistung der Staat bzw. Staatsdiener im Gegenzug erbringen. Vor allem, da ich hierfür einen horrenden Preis bezahle, der mir fern jeder Vernunft erscheint.
Auf die Arbeitszeit umgerechnet arbeite ich von Januar bis August für die Regierung. Bei mehr als 30% gilt eine Tätigkeit als Teilzeiterwerb. Bei mehr als 50% ist die Rede von verminderter Vollzeitbeschäftigung. Bin ich mit 65% meiner Arbeitszeit jetzt Teilzeit-Beamter und der Staat mein Arbeitgeber, weil der Großteil meines Gehalts an den Staat fließt? Welche Vermögenswirksamen Leistungen und Rentenansprüche ergeben sich hier für mich?
Wenn ein Unternehmen in die Zahlungsunfähigkeit gerät, also nicht mehr in der Lage ist, seine Verbindlichkeiten zu begleichen, ist es insolvent. Wenn der Geschäftsführer keine Insolvenz anmeldet, kann er wegen Verschleppung selbiger angeklagt werden. Der deutsche Staat hat unter der Kohl-Regierung, sowie jeder weiteren Regierung das Limit der Verschuldung vs. Bruttoinlandprodukt weit überschritten. Wer klagt die jeweiligen Finanzminister wegen Insolvenzverschleppung an? Was kümmert Bürger ein einzelnes Unternehmen, wenn der Staat von ein paar inkompetenten Pseudowirtschaftlern gegen die Wand gefahren wird? Wer trägt hier welche Konsequenzen?
Der Staat ist ein Unternehmen, an dem jeder Bürger beteiligt ist. Wer übernimmt die Verantwortung für das Fehlverhalten, das zur Staatsinsolvenz geführt hat? Man könnte hoffen, der Staat wäre nicht insolvent, aber ist er wirklich in der Lage 1.700 Mrd. € kurzfristig zu begleichen? Wer stellt eine Staatsinsolvenz fest?
Mein Anliegen ist Folgendes: 65% meiner Einnahmen als Steuer abzugeben ist mir definitiv zu hoch. Was können Sie tun, um diese Belastung grundlegend zu reduzieren?
Bei ca. 30% würde ich mich nicht mehr schamlos ausgenutzt und von Staatsdienern betrogen fühlen, die keine Ahnung davon haben, was sie da eigentlich anrichten.
Mit der Bitte um Stellungnahme zu meinen Fragen.
Mit freundlichen Grüßen,
Pascal Sanwald
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Falls ich eine Antwort erhalte, werde ich Sie hier posten.
